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Chile vor der wichtigsten Entscheidung seit 1988

Fast 15 Millionen wahlberechtigte Chileninnen und Chilenen stehen an diesem Sonntag vor der wohl wichtigsten Entscheidung seit dem legendären Plebiszit vom 5. Oktober 1988. Damals ging es um die Frage, ob Diktator Pinochet weitere neun Jahre uneingeschränkt herrschen kann – oder stattdessen ein demokratischer Übergangsprozess eingeleitet wird. Zur Überraschung des Regimes gewann das „No“. Die Militärs mussten abtreten. Jetzt – 32 Jahre später – steht die Entscheidung in Chile darüber an, die von dem Pinochet-Regime 1980 oktroyierte Verfassung mit ihren starren, autoritären Korsettstangen – kombiniert mit einem ultra-neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell – endlich überwinden zu können.

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Corona in Chile – Die Pandemie läuft aus dem Ruder

In fast ganz Europa flachen die Kurven mit den Corona-Neuinfektionen ab. Nach und nach lockern viele Staaten die Quarantäneregeln und setzen sich intensiv mit den gravierenden sozialen und ökomischen Folgen der Pandemie auseinander. Doch den Menschen in Lateinamerika steht der Höhepunkt der Ansteckungen mit dem gefährlichen Virus noch bevor. Scheinbar unaufhaltsam entwickelt sich der Subkontinent zum weltweit gefährlichsten Corona-Krisenherd. Ein Interview mit José Horacio Wood (Fundación ANIDE) über die Lage in Chile. 

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Massenproteste: „Chile ist aufgewacht!“

Protest gegen die gewalttätigen Übergriffe durch Polizei und Militär gegen friedliche Demonstranten (Wikimedia Commons, Carlos Figueroa)) Ganz Chile war am Freitag unter dem Ruf „Chile despertó“ („Chile ist aufgewacht“) auf den Straßen. Immer mehr Menschen schließen sich den Demonstrationen an, auch die Gewerkschaften machen mit und rufen zu Streiks auf. Demokratisierung, Menschenrechte und ein umfassender Umbau des Wirtschafts- und Sozialsystems gehören zu den zentralen Forderungen. Gleichzeitig wird der Ruf nach einem Rücktritt des Präsidenten Sebastián Piñera immer lauter.

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Chile ringt um einen Neuanfang

Ein Panzer fährt an einer Tankstelle vorbei. (Quelle: Jürgen Schübelin)

Einige wenige Tage reichten aus, um das über jahrzehntelang propagierte Image vom vermeintlich stabilen lateinamerikanischen Vorzeigeland zerbersten zu lassen: In Santiago und allen anderen größeren chilenischen Städten patrouilliert das Militär – das hatte es zuletzt 1987, zu Zeiten der Pinochet-Diktatur, gegeben. Doch die Wut der Menschen in Chile hat tiefe Wurzeln. Ein Hintergrundbericht. weiterlesen

Chile: Kinderrechte sind eine „offene Wunde“

Wenn das schmale Land an der lateinamerikanischen Pazifikküste in unseren Medien auftaucht, geht es im besten Fall um guten Wein. Im schlechtesten Fall jedoch ist die scheinbar endlose Serie von sexuellen Kindesmissbrauchsfällen in der katholischen Kirche das Thema. David Ordenes, 69, Direktor der Nichtregierungsorganisation La Caleta, Sozialpädagoge und renommierter chilenischer Kinderrechtsspezialist, besuchte im Sommer verschiedene Partnerorganisationen in Europa. Anderthalb Tage lang machte er auch bei der Kindernothilfe Station. Im Gespräch mit Jürgen Schübelin ringt er um einen differenzierten Blick auf Chile. weiterlesen