Radtour für Kinder in Not

Genau das hat Maria Kilian aus Duisburg gemacht. Ihr Ziel: 1.000 Euro Spenden für die Kindernothilfe zu sammeln. Am 13. Juli startete ihre Charity-Tour von München zum Bodensee und den Rhein entlang nach Duisburg, seit 61 Jahren Sitz der Kindernothilfe. Schon nach 24 Stunden war die Spendensumme erreicht, also verdoppelte sie sie kurzerhand und fuhr am Ende bis zur Nordsee. Wir sprachen mit ihr nach der Radtour und wollten wissen, wie sie auf die Idee kam und was ihr besonders in Erinnerung geblieben ist.

Text: Anna Lea Vanek, Fotos: Maria Kilian

Deine Radtour verbindet Sport mit Spenden. Wie kam es dazu?

„Wir haben alle Möglichkeiten: können die Welt zu bereisen, selbst einen Job wählen, selbst entscheiden, wie wir unser Leben gestalten. Es gibt viel mehr Menschen, die diese Möglichkeiten nicht haben. Ich verbinde Sport, insbesondere Draußensein, mit Freiheit, Frieden, innerer Balance und Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte. Mein Herzensanliegen ist es, diese Werte weiterzugeben. Besonders an Menschen, die unter schwierigen Lebensumständen leiden und diese “Freiheit” im Leben nicht kennenlernen durften.

Ich habe die Möglichkeit, die Energie und die Motivation zu helfen. Außerdem glaubte ich fest daran, dass gemeinschaftlich noch mehr Gutes dabei zusammenkommen kann. Aus der Liebe zum Radfahren, zur Natur, aus der Lust, Deutschland kennenzulernen, und dem Herzensanliegen, Not leidenden Menschen zu helfen, wurde mir sehr schnell klar: Ich radle für den guten Zweck. Ich war überzeugt, dass viele diese Radtour unterstützen werden. Denn ich hatte die Zeit und andere ein Herz zu geben.“

Warum hast du dir die Kindernothilfe ausgesucht?
Maria mit ihrem Fahrrad am Ziel ihrer Radtour: die Rheinmündung bei Hoek van Holland
Nordsee – geschafft!

„Kinder liegen mir besonders am Herzen. Sie sind die Schwächsten in unserer Gesellschaft und schutzbedürftig, da sie keine Möglichkeit haben, sich gegenüber den Erwachsenen zu wehren. Die eigene Familie und deren Lebensumstände prägen sie für ihr ganzes Leben. Umso wichtiger ist es, sie so früh wie möglich zu fördern, zu stärken und zu schützen. Daher konnte ich mich direkt mit den Werten der Kindernothilfe identifizieren. Ein Grund ist auch, dass die Kindernothilfe, so wie ich, in Duisburg sitzt. Am Ende hab ich dann einfach die Radtour verlängert und bin bis zur holländischen Küste gefahren, wo der Rhein als Waal in die Nordsee fließt.“

 Wie hast du die Radtour erlebt? Was hat dir daran gefallen?

„Im Einklang mit der Natur zu leben. Mit der Sonne schlafen zu gehen und aufzustehen. Von und mit der Natur zu leben und sich anzupassen. Den Moment zu genießen. Glücklich und zufrieden mit dem zu sein, was ich habe. Neu zu erkennen, dass ich frei und glücklich leben kann, ohne viel Materielles zu haben.

Ein Abend während der Radtour: Marias kanllrotes Zelt mitten im Grünen
Nachtlager mitten im Grünen

Jeden Tag die Natur zu erleben, zu hören, zu riechen, zu spüren. Deutschland geographisch viel besser kennenzulernen und seine Schönheit lieben zu lernen. Den Rhein zu begleiten und zu wissen, dass er mich leitet. Gelernt habe ich, meine innere Stimme wahrzunehmen, kennenzulernen und ihr zu vertrauen.“

Was hat sich dir besonders eingeprägt?

„Die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen. Motivierende Worte, Blicke, Lachen und Gesten. Eine Dame aus Basel, die mir Schweizer Franken zur Spende in die Hand drückte. Eine ältere Frau lud mich zu sich nach Hause ein, und ich konnte bei ihr meinen Wasservorrat auffüllen.“

Du bist allein geradelt, aber viele haben mitgefiebert. Wie war der Empfang in Duisburg?

„Freunde und Bekannte waren begeistert von der Radtour als Spendenaktion, haben mich mental unterstützt und waren inspiriert und motiviert zu spenden. In Duisburg wurde ich herzlich von Freunden und meiner Schwester empfangen.“

Die Spendenaktion läuft noch bis zum 9. September.

 

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Autor: Kindernothilfe e.V.

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