Lesbos: Aus der Hölle in den Himmel und zurück

Abdul und Rabia (Namen geändert) sind auf der Flucht vor dem Krieg in Afghanistan im Sommer 2019 mit ihren drei Kindern auf Lesbos angekommen. Es dauerte zwei Jahre, bis sie schließlich die Anerkennung als Flüchtlinge erhielten. Während dieser Zeit lebten sie in allen vier Lagern auf der Insel: zuerst in Moria, dann in dem von einer Solidaritätsinitiative organisierten Camp Pikpa, dann im Familienlager Kara Tepe und schließlich im neuen Camp, das nach dem Brand in Moria errichtet wurde.

Von Stefan Dold

Abduls 42. Geburtstag war ein sehr besonderer Tag: Nach einem Jahr, elf Monaten und 17 Tagen erhielten er und seine Familie endlich ihre Dokumente als anerkannte Flüchtlinge. „Das war mein bestes Geburtstagsgeschenk“, scherzt er. Sie haben nun drei Tage, um aufs griechische Festland weiterzureisen – worauf sie schon so lange warten. Einer der ersten Besuche während der drei Stunden, in denen es ihnen erlaubt ist, das Lager zu verlassen, führt sie ins Büro von Lesvos Solidarity: „Wir sind gekommen, um uns von allen bei Lesvos Solidarity zu verabschieden. Wir sind sehr dankbar, für das, was ihr getan habt“, sagt Rabia. Während sie durch die Räume ziehen, um alle ein letztes Mal zu sehen, kann man die Erleichterung spüren, dass sie Lesbos endlich verlassen können.

Wir haben uns entschlossen zu gehen, damit unsere Kinder in Sicherheit aufwachsen können. Dass mein Mann zur Arbeit gehen kann und ich weiß, dass er auch wieder zurückkommen wird. In Afghanistan wusste ich das nie.

Abdul und Rabia kommen aus Kabul in Afghanistan. Sie gehören zur ethnischen Minderheit der Hazara und sind gemeinsam mit ihren 16-jährigen und 9-jährigen Söhnen sowie ihrer 12-jährigen Tochter geflohen. „Es gab vor allem zwei Gründe für unsere Flucht“ sagt Rabia. „Erstens gab es in Afghanistan keine Sicherheit. Dort, wo wir lebten, wurde fast jeden Tag gekämpft. Ich habe eine Explosion in unserer direkten Nachbarschaft miterlebt, und ich habe noch immer Alpträume von diesem Vorfall. Und zweitens haben wir Todesdrohungen erhalten. Wir haben uns entschlossen zu gehen, damit unsere Kinder in Sicherheit aufwachsen können. Dass mein Mann zur Arbeit gehen kann und ich weiß, dass er auch wieder zurückkommen wird. In Afghanistan wusste ich das nie.“

Und sie fügt hinzu: „Ich wollte in einem Land leben, in dem ich in Freiheit bin. In Afghanistan haben Frauen keine Rechte. Ich will studieren und Ärztin werden. Das war in Afghanistan nicht möglich. Ich möchte Arbeiten gehen können, ein Auto fahren, Fahrradfahren, einfach einen Kaffee trinken gehen. Ich wollte an einem Ort leben, an dem ich frei bin.“

Kara Tepe (Foto: Stefan Dold)
Das inzwischen ebenfalls aufgelöste ehemalige „Familienlager“ Kara Tepe – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Zeltlager-Stadt. (Foto: Stefan Dold)

Abdul kennt alle Daten zu Ankünften, Umzügen und Abfahrten auswendig: „Wir sind am 15. Juni 2019 auf Lesbos angekommen, und wir wurden sofort nach Moria geschickt“, erklärt er. Zu diesem Zeitpunkt war der EU-Hotspot mit mehr als 5.000 Menschen in einer Einrichtung mit einer Kapazität von nur 3.000 bereits überfüllt. Das eigentliche Camp war voll – schon seit Jahren mussten Neuankömmlinge ihre Zelte in den Olivenhainen rings um das ehemalige Militärlager aufstellen. Und die Situation sollte noch schlechter werden: Als sie im Dezember 2019 Moria endlich verlassen durften, war die Zahl der Bewohner auf mehr als 18.000 in die Höhe geschossen.

Wir waren 14 Menschen in diesem Zelt. Beim Schlafen konnten wir uns nicht einmal umdrehen, so eng war es.

„Wir mussten in einem kleinen, vier Meter langen Zelt im Wald leben – zusammen mit zwei anderen Familien“, beschreibt Abdul die Situation. „Wir waren 14 Menschen in diesem Zelt. Beim Schlafen konnten wir uns nicht einmal umdrehen, so eng war es.“ Es gab weder Wasser noch Strom, und es wurde kälter und kälter. „Die ersten Monate waren eine sehr harte Zeit“, sagt Rabia. „Wir hatten kein Geld mehr, den wir hatten zuvor schon 14-mal versucht, über das Meer nach Lesbos überzusetzen. Und wir bekamen zunächst keine Unterstützung.“ Erst nach drei Monaten erhielten sie vom UNHCR monatlich 50 Euro pro Person, für Abdul etwas mehr.

Die Tage im Lager auf Lesbos bestanden aus Warten. „Oft stand ich von 6 Uhr bis 9 Uhr morgens in der Essensschlange fürs Frühstück. Am Ende bekam ich eine Flasche Wasser und ein Gebäck pro Person“, sagt Abdul. „Von etwa 12 Uhr bis 5 Uhr stand ich dann in der Schlange fürs Mittagessen. Da bekamen wir etwa gekochte Eier mit Tomaten. Von 5 Uhr bis 9 Uhr wartete ich aufs Abendessen. Anfangs waren etwa 500 Bewohner in unserer Essensschlange, am Ende waren es mehr als 3.000. Manchmal haben wir gar nichts bekommen. Es gab Wochen, in denen wir nur zweimal Mittagessen bekamen.“

Blick in eine Gasse des Olive Grove, dem »wilden« Lager neben dem Hot Spot Moria (Foto: Wikimedia Commons)
Blick in eine Gasse des Olive Grove, dem »wilden« Lager neben dem Hot Spot Moria (Foto: Wikimedia Commons)

Rabia erinnert sich besonders an die ständige Unsicherheit in diesem berüchtigten Lager auf Lesbos. Sie hatte ständig Angst um ihre Kinder. „Ich habe sie sogar in die Warteschlange für die Toilette mitgenommen. Jedesmal, wenn ich dorthin kam, standen schon 20 bis 30 Leute an. Und wenn ich dann dran war – ich kann gar nicht beschreiben, wie dreckig es dort war. Ich konnte nicht einmal einen Fuß auf den Boden setzen.“

Noch schwieriger war es, in die Duschen zu kommen. Rabia erinnert sich, dass sie an einem Tag um 11 Uhr vormittags zum Duschen aufbrach – und erst um 5 Uhr abends zurückkam. Sogar im Dezember gab es kein warmes Wasser. Manchmal gab es auch plötzlich eine Unterbrechung. Einmal stand sie unter der Dusche, mit Seife eingerieben, als das Wasser ausging. Die Kinder blieben fast immer im Zelt. „In Moria haben sie sehr viel abgenommen.“

Sie haben Steine auf die Zelte geworfen. Ich erinnere mich, wie ein Stein auf unserem Zelt einschlug. Wir hatten Nacht für Nacht Angst.

Doch am schlimmsten waren die Nächte. „Frauen konnten nachts das Zelt nicht verlassen“, erklärt Rabia. „Es gab Betrunkene, die Frauen angegriffen haben. Und es gab Kämpfe zwischen den verschiedenen Gruppen im Lager. Sie haben Steine auf die Zelte geworfen. Ich erinnere mich, wie ein Stein auf unserem Zelt einschlug. Wir hatten Nacht für Nacht Angst.“

Rabia hatte oft Alpträume, die Erinnerungen an den Krieg in Afghanistan weckten. Einmal drohten andere Afghanen, die Zelte in dem Bereich anzuzünden, in dem Abdul und Rabia zusammen mit anderen Hazara-Familien und arabischen Familien lebten. Die Männer organisierten einen nächtlichen Wachdienst, auch Abdul blieb wach, um die Zelte zu beschützen. „Es war eine schwierige Situation“, sagt er. „Während dieser Zeit in Moria wurden meine Haare komplett grau. Ich hatte so etwas in Europa nie und nimmer erwartet.“

(Foto: Lesvos Solidarity)
(Foto: Lesvos Solidarity)

Abdul ging immer wieder zum UNHCR und zu anderen Organisationen, um nach einer anderen Unterkunft zu fragen. „Meine Frau hatte psychische Probleme. Sie hatte Alpträume. Wir brauchten einen Platz für uns allein.“ Aber es dauerte ein halbes Jahr, als sie schließlich einen Platz im Lager Pikpa angeboten bekamen, ebenfalls auf Lesbos. Am 7. Dezember 2019 zogen sie dorthin.

Als ich das Tor von Pikpa durchschritt, schien es mir, als käme ich von der Hölle in den Himmel.

„Als ich das Tor von Pikpa durchschritt, schien es mir, als käme ich von der Hölle in den Himmel“, sagt Rabia. „Da gab es schöne Häuser, keine Zelte oder Container. Die Freiwilligen und die Angestellten erwarten uns schon und sagten uns: Willkommen in Pikpa! Es war Dezember, und es gab heißes Wasser. Die Kinder haben sich so gefreut! Sie sind sofort unter die Dusche gesprungen. Es gab Strom und gutes Essen und einen Spielplatz für die Kinder. Aber am wichtigsten: Es war sicher. Ich konnte nachts schlafen. Es gab keine Messer, keine Kämpfe, keinen Lärm. Keine Polizei, kein Wachpersonal. Zum ersten Mal fühlte ich mich sicher – wie im Bauch meiner Mutter.“

(Foto: Lesvos Solidarity)
Familienhäuser in Pipka, Lesbos (Foto: Lesvos Solidarity)

Die Eltern konnten zusehen, wie ihre Kinder ins Leben zurückfanden: Sie spielten wieder, nahmen zu, sie nahmen an Mal- und Musikkursen in Pikpa teil. „Es gab Feste und Tanz“, sagt Rabia. „Ich erinnere mich, wie Knut, einer der Freiwilligen, einen großen Kuchen für alle gebacken hat. Es gab sogar Schwimmkurse für die Kinder im Meer. Wir gingen zu Englisch- und Griechisch-Kursen. Es gab einen Krankenpfleger, zu dem wir gehen konnten, und die Kinder wurden zur Schule angemeldet – kurz bevor sie wegen Corona schließen musste. Zweimal pro Woche erhielten wir eine Lebensmittelkiste zum Kochen. Alles war gut.“ Als Moria im September niederbrannte, begannen die Bewohner von Pikpa für die Menschen, die mehrere Tage lang auf der Straße lebten, Mahlzeiten zu kochen.

Aber kurz nach dem Feuer erklärten die griechischen Behörden, dass sie Pikpa schließen wollten. „Wir haben es in der Zeitung gesehen. Wir waren schockiert“, sagt Abdul. „Wir hatten Angst, dass sie uns in das neue Lager werfen würden.“ Pikpa und Lesbos waren einige Wochen lang im Zentrum der Aufmerksamkeit. „Viele Journalisten sind gekommen. Ich habe auch ein Interview gegeben – ich glaube, der Journalist war aus Kanada“, sagt Rabia. „Das Team von Pikpa hat hart gearbeitet, um das Lager zu erhalten, sie haben eine Kampagne gestartet. Wir haben noch immer die T-Shirts mit der Aufschrift ´Save Pikpa – Save Dignity`. Aber all das konnte Pikpa nicht retten. Die Polizei kam zuerst am 29. Oktober und wollte uns rausschmeißen. Aber die Kinder waren in der Schule, einige Bewohner waren in der Stadt. Efi von Lesvos Solidarity ist gekommen und hat mit den Polizisten geredet, und schließlich sind sie wieder abgezogen.“

Sie sagten: Packt eure Sachen! Ihr habt zehn Minuten!

Aber sie kamen am nächsten Tag wieder. „Es war etwa 6.30 Uhr morgens, beim ersten Sonnenlicht, als ich den Lärm von Stiefeln auf der Erde hörte“, erinnert sich Rabia. „Die Kinder schliefen noch. Ich öffnete die Tür um zu schauen, was loswar, und ich sah Menschen in weißen Ganzkörperanzügen zum Schutz gegen Corona. Da standen vier oder fünf solche weiß gekleideten Personen vor unserem Haus, und hinter ihnen acht oder neun Polizisten. Sie waren überhaupt nicht freundlich. Sie sagten: ´Packt eure Sachen! Ihr habt zehn Minuten!` Als ich dann meine Kinder weckte, bekamen sie Angst und begannen zu schreien. Ich beruhigte sie und bat die Polizisten, ein paar Schritte zurück zu gehen. Aber sie sagten nur: ´Das ist nicht unser Problem. Ihr habt zehn Minuten. Ansonsten haben wir die Erlaubnis, das Haus zu betreten.` Sie ließen uns nicht einmal die Tür zumachen, damit wir uns in Ruhe anziehen konnten.“

„Sie kamen zu uns, als ob wir Kriminelle wären“, ergänzt Abdul. „Ich hatte noch nie vorher solche Polizeikräfte gesehen, mit Schilden und allem Möglichen. Vor uns war eine arabische Familie, die von den Polizisten ganz eng eingekreist und bewacht wurde. Sie standen sogar in langen Reihen an der Straße vor dem Lager. Ich dachte: Wir müssen hier die gefährlichsten Leute weit und breit sein! Dabei waren wir die schutzbedürftigsten. Ich frage mich immer noch, was sie von uns dachten, dass sie uns diese Polizei schickten.“

Die Familien konnten sich noch nicht einmal verabschieden. „Die Freiwilligen wurden 500 Meter von uns ferngehalten. Wir winkten ihnen zum Abschied durch die Busfenster“, erzählt Rabia. „Die Kinder haben alle geweint. Als ich hierhergekommen war, hatte ich das Gefühl gehabt, von der Hölle in den Himmel zu kommen, und jetzt haben sie uns den Himmel wieder weggenommen.“

Das inzwischen ebenfalls aufgelöste ehemalige "Familienlager" Kara Tepe - nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Zeltlager-Stadt. (Foto: Stefan Dold)
Baustelle des neuen, zukünftigen Lagers – mitten im Wald, unmittelbar neben einer Großmüllhalde. (Foto: Stefan Dold)

Die Familien aus Pikpa wurden nach Kara Tepe gebracht, ein Lager für schutzbedürftige Familien, das von der Gemeinde von Mytilini betrieben wurde, dem Wirtschafts- und Verwaltungszentrum von Lesbos. „Es war besser als Moria, aber schlechter als Pikpa“, sagt Abdul. Die Familie lebte einen ganzen Winter lang in einem 18 Meter langen Container. „Die Toiletten waren gut, die Duschen hatten manchmal warmes Wasser. Das Problem war, dass wir nur einige Stunden am Tag Strom hatten, und die Heizkörper funktionierten ansonsten nicht. Nachts war es sehr kalt. Wir hatten mehrere Socken an, Handschuhe, Schals, wir benutzten Schlafsäcke und mehrere Decken. Aber trotzdem wachte ich manchmal auf, weil es so kalt war. Die Kinder husteten ständig und waren erkältet.“

Immer wieder ging Abdul zu den Betreibern des Lagers. „Einmal haben wir, die Familien aus Pikpa, uns alle versammelt, sind vor das Büro gezogen und haben ihnen gesagt: ´Wir brauchen Strom!` Aber sie haben uns nur gesagt: ´Wenn es euch hier nicht passt, dann geht doch in das neue Lager.`“

Die Kinder mussten ohne Pause fünf Monate lang im Lager bleiben. Sie konnten nie raus.

Es war der Winter der zweiten Corona-Welle, und der Lockdown in Griechenland begann fast gleichzeitig mit dem erzwungenen Umzug nach Kara Tepe. „Wir durften das Lager nur noch zweimal pro Woche verlassen“, sagt Abdul. „Eine Person pro Familie durfte einmal in der Woche zum Lidl nebenan gehen, und eine Person pro Familie durfte einmal pro Woche in die Stadt gehen. Die Kinder mussten ohne Pause fünf Monate lang im Lager bleiben. Sie konnten nie raus.“

Am 29. April schlossen die griechischen Behörden auch Kara Tepe – das letzte Lager auf Lesbos, das für schutzbedürftige Personen geeignet war. „Die Polizei kam um 5 Uhr morgens. Ich verstehe nicht, warum sie uns so früh dort wegbringen mussten“, sagt Rabia. „Aber diesmal hatten sie alles am Vortag angekündigt. Deshalb war ich bei dieser zweiten Räumung nicht geschockt. Ich habe die Kinder um 4 Uhr aufgeweckt, und wir haben uns vorbereitet.“ Wieder waren Spezialkräfte der Polizei geschickt worden, um das Lager zu räumen. „Es waren dieselben Autos und dieselben Polizisten wie in Pikpa“, sagt Abdul. „Alles war gleich. Nur eins hatte sich verändert: Diesmal haben sie uns nicht angeschrien. Und wir hatten Zeit, uns vorzubereiten.“

Die Familien aus Pikpa wurden gemeinsam mit allen anderen schutzbedürftigen Asylsuchenden in Kara Tepe in das neue „Registrierungs- und Identifizierungszentrum“ am Meer gebracht, das das griechische Militär nach dem Feuer in Moria eilig auf einer ehemaligen Schießanlage auf Lesbos errichtet hatte. Damit brachen die griechischen Behörden auch die sechs Monate zuvor gegebene Zusage, dass die Schutzbedürftigen aus Pikpa nicht in das neue Lager kämen.

Während des Winters hatten Tausende Asylsuchende dort schreckliche Monate in überfüllten Zelten ohne Privatsphäre verbracht. Toiletten und Waschgelegenheiten waren zu keinem Zeitpunkt ausreichend. Anfangs gab es überhaupt keine Duschen, monatelang mussten die Menschen sich und ihre Kleider im Meer waschen. Die kalte Witterung, starke Winde und wiederholte Überschwemmungen machten die Lebensbedingungen während des Winters unerträglich. Ein strikter Lockdown wurde verhängt, der auch weiter fortgeführt wird, nachdem die Restriktionen außerhalb des Lagers aufgehoben wurden und Touristen aus ganz Europa wieder nach Lesbos reisen und sich frei auf der Insel bewegen durften.

„Das neue Lager ist schlecht“, sagt Abdul. „Sehr schlecht. In gewisser Hinsicht ist es schlechter als Moria.“ Erneut musste die Familie in einem kleinen Zelt leben, gemeinsam mit einer weiteren Familie. Während sie Moria immer verlassen konnten, sind sie in dem neuen Lager jetzt praktisch eingesperrt. „Wir dürfen das Camp nur drei Stunden pro Woche verlassen“, sagt Abdul.

In Moria hatten wenigstens Bäume Schatten gespendet, auf dem neuen Gelände sind die Menschen schutzlos der Sonne ausgesetzt, und es ist staubig. „Die Kinder sind fast immer im Zelt. Für sie gibt es im Lager nichts zu tun“, sagt Rabia. Einiges ist auch besser als in Moria, besonders die Sicherheit, aber auch die Essensschlangen sind besser organisiert. „Aber die Qualität des Essens kann ich nicht beschreiben“, sagt Rabia. „Manchmal kann man es nicht essen. Einmal haben wir weiße Insekten darin gefunden. Wir haben sogar ein Video davon aufgenommen, um es zu beweisen.“

(Foto: Stefdan Dold)
Die Familie von Abdul und Rabia kann die Geflüchtetenlager auf Lesbos nach 718 Tagen endlich verlassen. (Foto: Stefan Dold)

 

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Autor: Kindernothilfe e.V.

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