Eine Patenschaft, die alle bereichert

Als Cornelia Gampe und ihr Ehemann Matthias die Patenschaft bei der Kindernothilfe übernommen haben, waren sie noch Studenten. Vom eigenen Taschengeld und über Nachhilfeunterricht haben sie die Patenschaft für Juancho Moldogo III, der nach seinem Vater benannt wurde, damals finanzieren können. 23 Jahre nach dem Ende der Patenschaft hat sich der heute 42-Jährige Juancho bei seinen ehemaligen Paten über die sozialen Medien gemeldet.

Text: Anna Lea Vanek, Fotos: privat

Es ist schon viele Jahre her, als Cornelia und Matthias Gampe von ihrem Pfarrer aus Weilburg den Tipp erhielten, eine Patenschaft bei der Kindernothilfe zu übernehmen. Nachdem sie sich über die Kindernothilfe informiert haben, haben sie sich bewusst und mit einem guten Gefühl für die Patenschaft entschieden.

Ihr Patenkind Juancho Moldogo III wohnte damals auf Mindoro (Philippinen). 23 Jahre nach dem Ende der Patenschaft meldet sich Juancho bei seinen Paten. Familie Gampe erfährt von Juancho persönlich, was die Unterstützung durch die Kindernothilfe für ihn tatsächlich bedeutet hat und welche Förderung ihm im Einzelnen zuteil wurde. Und durch diese Erzählungen kommen sie zu dem Schluss: „Wir haben alles richtig gemacht.“

Juancho Moldogo und seine Patin Cornelia Gampe

Juancho Moldogo wollte immer seine Paten aus Deutschland kennenlernen. Und jetzt, 23 Jahre nach dem Ende der Patenschaft, hat er sie tatsächlich über die sozialen Medien gefunden. Nach der Kontaktaufnahme entschieden sich alle Beteiligten dafür, dass Juancho nach Deutschland kommen solle. Anfang August 2020 war er für eine Woche zu Besuch in Gießen/Petersweiher bei Familie Gampe. Juancho freute sich sehr über seinen Besuch und sagt: „Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen.“

Wie alles anfing
Juancho als Junge: Foto auf einem Brief zu Beginn der Patenschaft
Der Beginn einer langen Patenschaft…

Doch werfen wir kurz einen Blick zurück. Juancho Moldogo III wurde am 1. Juni 1983 in das Patenschaftsprogramm der Kindernothilfe aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war er fünf Jahre alt. Er lebte in einer Familie mit drei Geschwistern (7, 13 und 15 Jahre) und seiner Mama, die sich alleine um ihre vier Kinder kümmerte. Er hat seinen deutschen Paten auch immer Bilder gemalt und mit lieben Worten wie „I love you“ versehen.

Juancho auf einem alten Foto: Während der Patenschaft ist er zu einem jungen Mann herangewachsen
Ein Gruß aus den Philippinen viele Jahre später

Als Paten konnten sie durch persönliche Anschreiben und Bilder immer wieder sehen, wie Juancho von Jahr zu Jahr erwachsener wurde. Außerdem ermöglichte ihm die Patenschaft von Familie Gampe eine Ausbildung, und er arbeitete dann als männliche Hebamme in einem Krankenhaus. „Wir haben uns leider einige Zeit aus den Augen verloren“, bedauert Cornelia Gampe und ist umso glücklicher, dass Juancho sich nach so langer Zeit gemeldet hat.

Besuch in Deutschland
Patenkind Guancho genießt Würstchen und Kartoffelsalat
„Exotisch“: Würstchen mit Kartoffelsalat

Familie Gampe freute sich sehr auf seine Ankunft und begrüßte ihn herzlich. Die Verständigung erfolgte auf Englisch, was kein Problem darstellte, da Frau Gampe Englischlehrerin ist. Auf dem Programm stand deshalb auch ein Besuch in deren Schule in Stadtallendorf. Außerdem besuchten sie mit ihrem Gast aus den Philippinen viele schöne, alte Städte: Marburg und Weilburg, Lich und Frankfurt, Würzburg und Rothenburg ob der Tauber sowie Rüdesheim und Assmannshausen.

Auch sportlich konnte sich Juancho betätigen bei zwei je 40 km langen Fahrradtouren, bei einer Wanderung durch die Weinberge und beim Tennis. Bei diesen Aktivitäten sammelte Juancho viele neue kulinarische Eindrücke, wie z. B in Lich, wo er erstmals Frankfurter Würstchen, Leberkäse und Kartoffelsalat probierte. In Frankfurt trank er seinen ersten Apfelwein. Trotz Corona hatten alle Beteiligten eine sehr schöne und unbeschwerte Zeit.

Eine neue Patenschaft

Heute hat Juancho Moldogo III eine Frau und zwei tolle Kinder im Alter von acht und zehn Jahren. „Die Kindernothilfe hat eine sehr gute Arbeit geleistet“, findet er,  „und ich wünsche mir, dass ich Familie Gampe eines Tages all das zurückgeben kann!“ Cornelia Gampe beschreibt ihn als sehr fleißigen, hilfsbereiten und vor allem dankbaren Menschen.

Auch der 26-jährige Sohn der Familie Gampe hat nun eine Patenschaft für ein Kind aus Brasilien bei der Kindernothilfe übernommen. „Wir haben es ihm vorgelebt“, freut sich Frau Gampe, „aber schlussendlich hat er sich aus eigenem Wunsch für die Patenschaft entschieden.“

Eine tolle Geschichte, und wir wünschen allen Beteiligten nur das Beste für die Zukunft!

 

 

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Autor: Kindernothilfe e.V.

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